1. Zuerst den tatsächlichen Kraftstoffverlauf prüfen
Die Anlage bestimmt die Sensoranzahl, nicht allein die Motorbezeichnung. Prüfen Sie zuerst, ob nicht verbrauchter Kraftstoff tatsächlich über eine separate Leitung zum Tank zurückfließt.
Bei einem typischen Diesel mit Rücklauf fördert die Pumpe mehr Kraftstoff zum Motor, als dieser im jeweiligen Moment verbrennt. Der Überschuss fließt zum Tank zurück. Der Vorlauf allein entspricht deshalb noch nicht dem Verbrauch.
Verfolgen Sie die Leitungen anhand der Motor- und Anlagendokumentation. Die Messgrenze muss geschlossen sein: Der gesamte Kraftstoff, den der Vorlaufsensor erfasst und den der Motor nicht verbraucht, soll durch den Rücklaufsensor zurückfließen. Das gilt auch für Leckölleitungen der Einspritzung, Druckregler, Kraftstoffkühler oder weitere Rücklaufzweige, sofern vorhanden.
- Prüfen, ob der Rücklauf direkt zum Tank, zu einem Filter, in einen lokalen Kreislauf oder zu einem Tagestank führt.
- Leckölleitungen, Bypässe, Tankwahlventile und Verbindungen zwischen Tanks berücksichtigen.
- Jeden Betriebszustand der Ventile prüfen, nicht nur ihre Stellung bei der Besichtigung.
2. Differenzmessung: Vorlauf minus Rücklauf
Zwei Sensoren messen gleichzeitig den vollständigen Vorlauf und den Rücklauf. Ein kompatibler Flowtrecs-Computer berechnet daraus den Nettoverbrauch:
Nettoverbrauch = Vorlauf − Rücklauf
Rein rechnerisches Beispiel: 60 l/h Vorlauf − 52 l/h Rücklauf = 8 l/h Nettoverbrauch. Diese Zahlen sind keine Empfehlung für den Sensormessbereich.
Die Subtraktion verstärkt bereits kleine Unterschiede zwischen den Kanälen. Im Beispiel oben verändert eine Abweichung von nur 1 l/h in einem Kanal den Nettowert von 8 auf 7 oder 9 l/h — also um 12,5%. Dies ist ein Rechenbeispiel und keine Genauigkeitsangabe für den FS-40; es zeigt, warum die Differenzmessung bei geringer Last anspruchsvoller ist.
Der Computer berechnet den Momentanverbrauch aus der Kanaldifferenz; der über die Zeit erfasste Durchfluss ergibt den Gesamtverbrauch. Der Ratgeber zur Flowtrecs-Kraftstoffverbrauchsmessung erklärt das allgemeine Prinzip.
3. Wie viele Sensoren und welcher Flowtrecs-Computer?
| Bestätigte Anlage | Sensoranzahl | Passende Familien |
|---|---|---|
| 1 Diesel mit Rücklauf zum Tank | 2: Vorlauf + Rücklauf | Wave, Android BT, C7 Ultra oder App als 2-Sensor-Variante |
| 2 Dieselmotoren, jeweils mit eigenem Rücklauf | 4: zwei Paare | Wave, Android BT, C7 Ultra oder App als 4-Sensor-Variante |
Flowtrecs Inox und Flowtrecs Mini unterstützen höchstens einen Sensor und können daher bei einem typischen Diesel mit Rücklauf keine Differenzmessung durchführen. Passende Varianten von Wave, Android BT, C7 Ultra und App unterstützen zwei oder vier Leitungen.
4. Untere und obere Durchflussgrenze jeder Leitung prüfen
Jeder Sensor wird nach dem minimalen und maximalen tatsächlichen Durchfluss seiner Leitung ausgewählt. Im Vorlauf ist die Pumpenförderung in der realen Anlage maßgeblich, im Rücklauf der tatsächliche Rücklaufdurchfluss. Eine Katalogangabe bei freiem Auslauf ist eine nützliche Eingangsgröße, entspricht aber nicht immer dem Betriebsdurchfluss.
Jeder Flowtrecs-FS-40-Sensor besitzt eine untere und obere Arbeitsgrenze. Eine zu kleine Ausführung kann überlastet werden und unzulässigen Widerstand erzeugen; eine zu große kann im Leerlauf oder bei langsamer Fahrt unterhalb ihres verlässlichen Bereichs arbeiten. Maßgeblich sind nicht der Nettoverbrauch, das Rechenbeispiel oder allein die Motorleistung.
- minimaler und maximaler Betriebsdurchfluss getrennt für Vor- und Rücklauf;
- genauer Hersteller und Typ von Motor, Einspritzsystem und Kraftstoffpumpe;
- zulässiger Unterdruck beziehungsweise Widerstand im Vorlauf und zulässiger Gegendruck im Rücklauf;
- Leitungsinnendurchmesser, Filter, Ventile und Anschlussdaten;
- Bestätigung durch Flowtrecs, ob in diesem Set beide Kanäle dieselbe FS-40-Ausführung benötigen.
Bei unvollständigen Daten Motor- und Pumpentyp sowie einen Leitungsplan zur Auswahlprüfung an das Flowtrecs-Team senden.
Rechenbeispiele, Grenzen der Schätzung mit 2,5–3 × Verbrauch und FloScan-Vergleiche finden Sie im Ratgeber den passenden FS-40-Messbereich wählen.
5. Guter Einbau schafft passende Messbedingungen
Bei der Differenzmessung sollen beide Ströme unter vergleichbaren und stabilen Bedingungen erfasst werden. Beachten Sie deshalb bei jedem Sensor:
- Pfeil in die tatsächliche Durchflussrichtung ausrichten;
- Sensor waagerecht mit TOP SIDE nach oben montieren;
- vor übermäßigen Vibrationen, Wärme und Schlauchspannung schützen;
- kraftstoffgeeignete, dichte Verbindungen herstellen und die Sensorkammer mit Kraftstoff gefüllt halten;
- Anlage nach Motoranleitung füllen und entlüften;
- nach dem Einbau die vorgeschriebene Dichtheitsprüfung durchführen und die Betriebsdrücke mit den zulässigen Grenzwerten vergleichen.
Filterung, Beruhigungsstrecken und die Lage zur Pumpe hängen vom konkreten Sensor und Motor ab. Mikronwerte, Leitungslängen oder Einbauorte nicht aus der Anleitung eines anderen Durchflussmesserherstellers übernehmen. Für den FS-40 gelten die aktuelle Flowtrecs-Anleitung und die Grenzwerte des Motorherstellers. Eine ausführliche Checkliste bietet der Ratgeber zum Einbau des FS-40-Sensors.
6. Wie wird das Ergebnis nach der Inbetriebnahme beurteilt?
Die Sensoren sind werkseitig kalibriert. Die Inbetriebnahme beginnt deshalb mit Beobachtung, nicht mit einer Änderung des Korrekturfaktors. Mehrere konstante Drehzahl- und Lastpunkte nach dem Aufwärmen prüfen und, soweit praktikabel, auch den Übergang vom kalten zum betriebswarmen Kraftstoffsystem beobachten.
Bei einem typischen Diesel mit Rücklauf ist der Nettoverbrauch eine kleine Differenz zwischen zwei größeren Durchflüssen. Im Leerlauf kann diese Differenz besonders klein sein, sodass natürliche Bewegungen und der Einfluss beider Kanalfehler deutlicher sichtbar werden.
Den Gesamtverbrauch erst nach einer aussagekräftigen Kraftstoffmenge vergleichen. Bis zu einem reproduzierbaren Niveau tanken, den Fahrtzähler zurücksetzen, normal fahren und denselben Tank bei ähnlichem Trimm bis zum gleichen Niveau nachfüllen. Kraftstofftransfer zwischen Tanks, weitere Verbraucher oder ein nicht reproduzierbarer Füllstand machen den Vergleich ungültig. Eine Tankanzeige ist für sich allein keine Volumenreferenz. Keine Prüfung mit offenem Behälter oder abgetrennter Rücklaufleitung durchführen.
7. Pulsationen können auftreten und sind meist gut einzugrenzen
Manche Kraftstoffpumpen erzeugen einen pulsierenden Durchfluss. Das ist eine Eigenschaft der jeweiligen Hydraulik, weder grundsätzlich ein Fehler des Dieselmotors noch automatisch ein Messproblem. Geringe Schwankungen des Momentanwerts können eine normale Reaktion auf Pumpenarbeit und Laständerung sein.
Erst wenn die Anzeige deutlich instabil ist, die Verbrauchssumme nicht zum tatsächlichen Verbrauch passt oder das Verhalten in einem bestimmten Betriebsbereich wiederholt auftritt, ist eine geordnete Diagnose sinnvoll. Verwenden Sie dann den Ratgeber zu Pulsationen bei der Diesel-Kraftstoffmessung.
8. Anschluss des Drehzahlsignals (RPM)
Diesel: Ein zusätzlicher Hall-Sensor kann erforderlich sein, wenn der Motor kein geeignetes elektronisches Drehzahlsignal bereitstellt.
9. Mit vollständigen Daten wird die Auswahl einfach
Für Anfrage oder Bestellung vorbereiten: Typen von Motor, Einspritzsystem und Pumpe; vollständiger Plan von Vorlauf und allen Rückläufen; minimaler und maximaler Durchfluss jeder Leitung; Druckgrenzen; Leitungsdurchmesser und gewünschte Anzeigeart.
- Bestätigen, wohin Hauptrücklauf, Leckölleitungen und jeder weitere Zweig führen.
- Betriebsdurchflüsse von Vor- und Rücklauf notieren oder genaue Bauteilbezeichnungen angeben.
- Zulässigen Unterdruck im Vorlauf und Gegendruck im Rücklauf aus der Motordokumentation ergänzen.
- Angeben, ob die Anlage einen oder zwei Motoren hat und ein Set für zwei oder vier Sensoren benötigt.
- Fotos von Leitungen, Filtern, Ventilen und geplantem Montageort ergänzen.
- Wave, Android BT, C7 Ultra oder App nach Anzeige- und Montagebedarf wählen.
Lesen Sie die Daten des FS-40-Sensors, vergleichen Sie Flowtrecs-Geräte oder senden Sie die Anlagendaten zur Prüfung.