Funktionsweise

Wie misst Flowtrecs den tatsächlichen Kraftstoffverbrauch?

Ein Sensor misst den Durchfluss in einer bestimmten Kraftstoffleitung. Ohne Rücklauf kann dieser Wert dem Verbrauch entsprechen; mit Rücklauf muss der zum Tank zurückfließende Kraftstoff abgezogen werden.

Flowtrecs-Kraftstoffcomputer-Set mit FS-40-Durchflusssensor

Was misst der FS-40?

Der FS-40 ist ein Turbinen-Durchflusssensor für die Kraftstoffleitung. Der Kraftstoffstrom bewegt den inneren Rotor. Der Flowtrecs-Computer verwendet das Sensorsignal, um Liter pro Stunde und den summierten Verbrauch zu bestimmen.

Ein Sensor misst einen Kraftstoffstrom. Er erkennt nicht selbst, ob ein Teil des Kraftstoffs später zum Tank zurückfließt. Der Leitungsverlauf bestimmt daher, ob ein Messwert genügt oder zwei Messwerte verglichen werden müssen.

Der FS-40 ist in mehreren Durchflussbereichen erhältlich. Der gewählte Bereich muss sowohl geringe Last als auch den maximal möglichen Durchfluss in der jeweiligen Leitung abdecken.

Messung ohne Rücklaufleitung

Fließt Kraftstoff vom Tank durch den Sensor zum Motor und nicht über eine separate Leitung zurück, entspricht der Vorlauf der zum Motor gelieferten Menge. Ein Sensor misst den Durchfluss in einem unabhängigen Kraftstoffkreis.

Diese Anordnung ist bei vielen Benzinmotoren üblich. Für einen Benzinmotor ohne Rücklauf genügt ein Einkanalgerät wie Inox oder Mini. Zwei Benzinmotoren ohne Rücklauf benötigen zwei Sensoren und ein Gerät mit zwei Kanälen.

Anlage prüfen: „Benzinmotor“ garantiert nicht bei jeder möglichen Installation, dass kein Rücklauf vorhanden ist. Entscheidend ist der tatsächliche Leitungsverlauf.

Differenzmessung: Vorlauf minus Rücklauf

In einer Rücklaufanlage misst der erste Sensor den gesamten zum Motor geförderten Kraftstoff, der zweite den zum Tank zurückfließenden Anteil. Ein Computer mit Differenzmessung berechnet:

Nettoverbrauch = Vorlauf − Rücklauf

Ein rein rechnerisches Beispiel: 80 l/h im Vorlauf und 60 l/h im Rücklauf ergeben 20 l/h Nettoverbrauch. Diese Werte sind keine Empfehlung für die Sensorgröße.

Ein Dieselmotor mit Rücklauf benötigt deshalb zwei Sensoren, zwei solche Motoren benötigen vier. Die Gerätevariante muss die richtige Kanalzahl und Differenzfunktion unterstützen.

Was ändert sich beim zweiten Motor?

Jeder Motor besitzt einen eigenen Kraftstoffkreis, deshalb müssen seine Messstellen ebenfalls vorhanden sein. Ein Mehrkanalcomputer kann Werte getrennt und als Summe anzeigen, ersetzt aber keinen fehlenden Sensor in einer Leitung.

AnlageMessstellenSensoren gesamt
2 Motoren ohne RücklaufVorlauf Motor 1 + Vorlauf Motor 22
1 Motor mit RücklaufVorlauf + Rücklauf2
2 Motoren mit RücklaufZwei Vor- und Rücklaufpaare4

Die vollständige Zuordnung von Produkten und Varianten finden Sie im Ratgeber zur benötigten Sensoranzahl.

Sensorauswahl: Benzin und Diesel

Bei einem üblichen Benzinmotor ohne Kraftstoffrücklauf dienen die Leistungsbereiche im Shop als praktische Orientierung für die Vorauswahl des Sensors. Motormodell und maximaler Kraftstoffverbrauch sollten bestätigt werden. Bei einem Diesel mit Rücklauf richtet sich die Auswahl nach dem minimalen und maximalen tatsächlichen Durchfluss jeder Leitung — Vorlauf und Rücklauf getrennt — nicht allein nach Motorleistung oder Nettoverbrauch.

Am aussagekräftigsten sind minimaler und maximaler tatsächlicher Betriebsdurchfluss jeder einzelnen Leitung. Die maximale Pumpenfördermenge ist ein hilfreicher Ausgangswert, ersetzt aber keine Daten aus der realen Anlage.

Wenn Angaben fehlen: Notieren Sie genaues Motormodell, Motorenzahl und Rücklaufanordnung und lassen Sie die Auswahl prüfen. Wählen Sie keinen kleineren Sensor allein nach dem Durchschnittsverbrauch.

Wie hilft km/l, den Kraftstoffverbrauch zu senken?

Liter pro Stunde zeigen, wie viel Kraftstoff der Motor gerade verbraucht, aber noch nicht, welche Strecke das Boot mit dieser Menge zurücklegt. Verbindet der Computer den tatsächlichen Verbrauch mit der Geschwindigkeit, kann er die Reichweite pro Liter berechnen:

Reichweite pro Liter [km/l] = Geschwindigkeit [km/h] ÷ Verbrauch [l/h]

Rechenbeispiel: 32 km/h ÷ 16 l/h = 2 km/l. Bei unveränderten Bedingungen entspricht ein Liter damit zwei Kilometern Fahrt.

Der Kraftstoffverbrauch verändert sich mit Geschwindigkeit und Last nicht linear. Auch Trimm, Gewichtsverteilung, Rumpfzustand, Wasserbedingungen und Propellerwahl wirken sich aus. Aus der Drehzahl allein lässt sich deshalb nicht zuverlässig ableiten, ob eine kleine Änderung die Reichweite erhöht oder senkt.

Halten Sie während einer sicheren Fahrt die Bedingungen kurz konstant und verändern Sie jeweils nur einen Parameter, etwa Drehzahl oder Trimm. Der Vergleich der km/l-Werte vor und nach der Änderung hilft, den Betriebspunkt mit der größten Strecke pro Liter zu finden.

Dies ist eine Entscheidungshilfe, kein automatischer Sparmodus. Die Anzeige von km/l senkt den Verbrauch nicht von selbst. Die Ersparnis hängt von der Reaktion des Bootsführers, sicheren Bedingungen und der Fahrweise ab. Ein Momentanwert ist keine Reichweitengarantie, wenn sich Wetter, Strömung, Wellen oder Beladung ändern.

Direkte Messung und berechnete Werte

Der Kraftstoffdurchfluss ist die direkte Messgröße des Systems. Je nach Modell zeigt der Computer daraus aktuellen und gesamten Verbrauch. Zusammen mit der Geschwindigkeit kann er auch die Reichweite pro Liter in km/l darstellen.

Restkraftstoff und voraussichtliche Reichweite werden aus Einstellungen und erfasstem Verbrauch berechnet; sie sind nicht dasselbe wie eine direkte Füllstandsmessung im Tank. Drehzahl, Spannung und Motorstunden verwenden die entsprechenden Eingänge oder Gerätedaten.

Die Reichweite pro Liter zeigen die Familien Inox, Mini, Wave, Standard-Android BT, C7 Ultra und App. Sie unterscheiden sich bei Anzeige, Geschwindigkeitsquelle, Montage, Wasserschutz und Sensoranzahl. Der Flowtrecs-Modellvergleich stellt diese Unterschiede gegenüber.

Anschluss des Drehzahlsignals (RPM)

Für die Drehzahlmessung über das Zündsignal eines Benzinmotors mit Vergaser wird ein zusätzlicher Tacho Pulse Limiter benötigt. Es sind zwei Ausführungen erhältlich: IN — für Innenbordmotoren und OUT — für Außenbordmotoren.

Bei Einspritzmotoren (EFI/DFI) ist in der Regel kein Impulsbegrenzer erforderlich, wenn ein geeignetes elektronisches Drehzahlsignal verwendet wird.

Der Impulsbegrenzer wird nur für die Drehzahlmessung verwendet und ist für die Messung des Kraftstoffverbrauchs selbst nicht erforderlich.

Diesel: Ein zusätzlicher Hall-Sensor kann erforderlich sein, wenn der Motor kein geeignetes elektronisches Drehzahlsignal bereitstellt.

Was prüfen, wenn der Messwert unplausibel erscheint?

Zuerst die Anlage prüfen: erfasster Rücklauf, Sensoranzahl, Messbereich jedes FS-40, Einbaurichtung, Entlüftung und Kanalzuordnung.

Bei der Planung einer Dieselanlage beginnen Sie mit dem Ratgeber zu Differenzmessung und Sensorauswahl. Die vollständige Vorgehensweise bei fehlenden, schwankenden oder wiederholt falschen Werten — einschließlich Mittelung und sicherer Kalibrierprüfung — steht im Ratgeber Flowtrecs Kalibrierung und Fehlersuche.

Lesen Sie außerdem die Daten des FS-40 oder fragen Sie zu Ihrer Anlage.

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